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AGB erstellen: Brauche ich die als Kleinunternehmen?

Kaum ein Gründer beschäftigt sich gern mit Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Trotzdem tauchen früher oder später die Fragen auf: Muss ich überhaupt AGB haben? Was gehört rein? Und wie vermeide ich eine Abmahnung? Hier bekommst du in Ruhe die Antworten, ohne Fachchinesisch.

Das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Keine generelle Pflicht: AGB sind für die meisten Kleinunternehmen nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber dringend empfohlen.
  • Sicherheit und Zeit: Gute AGB schaffen Rechtssicherheit, sparen Verhandlungsaufwand und schützen vor unerwarteten Forderungen.
  • Onlinehandel und B2C: Hier sind AGB praktisch unverzichtbar, um Informationspflichten und das Widerrufsrecht korrekt zu regeln.
  • Fehler kosten Geld: Veraltete oder unwirksame Klauseln können teure Abmahnungen auslösen. Eine saubere Erstellung lohnt sich.

Was sind AGB und wozu dienen sie?

Allgemeine Geschäftsbedingungen, kurz AGB, sind vorformulierte Vertragsbedingungen, die du für eine Vielzahl von Verträgen einsetzt. Rechtlich gesprochen stellt eine Vertragspartei (der Verwender, also du) sie der anderen Partei bei Abschluss eines Vertrags. Die Grundlage dafür findest du in § 305 Abs. 1 BGB.

Der Sinn dahinter ist einfach: Du musst nicht mit jedem Kunden alles einzeln aushandeln. Stattdessen gelten für alle die gleichen, klaren Spielregeln. Das standardisiert deine Geschäftsbeziehungen und senkt dein Risiko.

Die Vorteile auf einen Blick

  • Sie schaffen Rechtssicherheit für dich und deine Kunden.
  • Sie reduzieren den Verhandlungsaufwand, weil die wichtigsten Punkte schon feststehen.
  • Sie schützen vor unfairen Forderungen und klären, wer wofür verantwortlich ist.

Sind AGB für Kleinunternehmen Pflicht?

Die kurze Antwort: Nein. Eine generelle Pflicht zur Verwendung von AGB gibt es in Deutschland nicht. Die Regelungen dazu stehen in den §§ 305 ff. BGB, aber sie zwingen dich nicht, überhaupt welche zu haben.

Hast du keine eigenen AGB, gelten schlicht die gesetzlichen Bestimmungen des BGB. Das ist nicht verboten, kann aber im Streitfall unangenehm werden, weil du dann keine für dich günstigen eigenen Regelungen getroffen hast.

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Wann AGB besonders wichtig werden: Im Onlinehandel und bei Verträgen mit Verbrauchern (B2C) sind AGB praktisch unverzichtbar. Nur so erfüllst du gesetzliche Informationspflichten und regelst das Widerrufsrecht korrekt. Grundlage sind unter anderem das Fernabsatzrecht (z.B. § 312g BGB) und Art. 246a EGBGB.

Es gibt auch Fälle, in denen AGB kaum eine Rolle spielen: bei rein mündlichen Verträgen oder individuellen Vereinbarungen lassen sie sich oft schwer wirksam einbeziehen. Wer überwiegend im persönlichen Kontakt maßgeschneiderte Angebote macht, kommt manchmal ohne aus. Sobald du aber standardisiert an viele Kunden verkaufst, sind AGB der ruhigere Weg.

Welche Inhalte gehören in rechtssichere AGB?

Welche Punkte deine AGB brauchen, hängt vom Geschäftsmodell ab. Die folgende Übersicht zeigt die Bausteine, die in den meisten AGB vorkommen, samt gesetzlicher Grundlage.

BausteinWas geregelt wirdGrundlage
Geltungsbereich & VertragsschlussWann und für wen die AGB gelten, wie ein Vertrag zustande kommt§ 305 Abs. 2 BGB
Leistung & PreisePräzise Angaben zu Produkten oder Leistungen und deren Kosten§ 312d BGB
Zahlung & LieferungFälligkeit, akzeptierte Zahlungsarten, voraussichtliche Lieferzeiten§ 271, § 312d BGB
Widerruf & Gewährleistung (B2C)14-tägiges Widerrufsrecht für Verbraucher, Sachmängelhaftung§ 355, § 437 BGB
Haftung & DatenschutzHaftung auf das zulässige Maß begrenzen, Hinweise zur Datenverarbeitung§ 309 Nr. 7 BGB, Art. 13 DSGVO
SchlussbestimmungenGerichtsstand, salvatorische Klausel bei Unwirksamkeit einzelner Punkteallg. Praxis

Gerade beim Datenschutz greifen AGB und weitere Pflichten ineinander. Wie du deine Kunden korrekt über die Datenverarbeitung informierst, liest du im Beitrag zur Datenschutzerklärung.

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Achtung bei der Widerrufsbelehrung: Fehlt sie oder ist sie fehlerhaft, verlängert sich das Widerrufsrecht deines Kunden und du riskierst eine Abmahnung. Zum Stand 2025/2026 sind hier keine großen Gesetzesänderungen zu erwarten, die Rechtsprechung entwickelt sich aber laufend weiter.

Wie erstelle ich rechtssichere AGB?

Grundsätzlich hast du drei Wege, und sie unterscheiden sich deutlich im Risiko.

Do-it-yourself

Selbst schreiben ist verlockend, aber riskant. AGB sind komplex und unterliegen ständiger Rechtsprechung. Verbraucherzentralen und IHKs warnen regelmäßig vor selbst gebastelten oder aus dem Netz kopierten AGB, weil Fehler schnell zu Abmahnungen führen.

Professionelle Hilfe

Der sichere Weg ist die Erstellung durch einen auf IT- und Vertragsrecht spezialisierten Rechtsanwalt oder die Nutzung eines AGB-Generators, der von Anwälten betreut wird. Für individuelle AGB solltest du je nach Umfang mit etwa 300 bis 1000 Euro rechnen. Das klingt nach viel, ist aber günstig im Vergleich zu einer einzigen Abmahnung.

Richtig einbeziehen

Ein oft übersehener Punkt: AGB gelten nur, wenn sie wirksam in den Vertrag einbezogen wurden. Das bedeutet, dass der Kunde sie vor Vertragsschluss zur Kenntnis nehmen und akzeptieren konnte. Im Onlinehandel passiert das über eine Checkbox, im stationären Handel über einen deutlichen Hinweis oder Aushang (§ 305 Abs. 2 BGB).

Sind deine AGB einmal anwaltlich erstellt und korrekt eingebunden, hast du für viele Standardsituationen Ruhe. Wichtig bleibt nur, sie aktuell zu halten.

Häufige Fehler und die regelmäßige Prüfung

Die meisten Probleme mit AGB entstehen nicht bei der Erstellung, sondern danach. Diese Fehler tauchen besonders oft auf:

  • Veraltete Muster: Die Rechtsprechung des BGH ändert sich, alte Muster sind dann oft unwirksam.
  • Fehlende oder falsche Widerrufsbelehrung: führt zu verlängertem Widerrufsrecht und Abmahnungen (§ 356 Abs. 3 BGB).
  • Unwirksame Klauseln: Wer Kunden unangemessen benachteiligt, dessen Klauseln sind nach §§ 307 bis 309 BGB unwirksam.
  • Falsche Einbeziehung: AGB, die der Kunde nie zu sehen bekam, gelten nicht.

Deshalb gehören AGB regelmäßig auf den Prüfstand: mindestens einmal jährlich oder immer dann, wenn sich dein Geschäftsmodell oder die Gesetzeslage ändert. Genau hier lohnt es sich, den Prüftermin und die zugehörigen Verträge an einem festen Ort im Blick zu behalten, damit die Aktualisierung nicht untergeht.

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Checkliste: Rechtssichere AGB für Kleinunternehmen erstellen

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Häufige Fragen

Sind AGB für mein Kleinunternehmen gesetzlich vorgeschrieben?
Nein, eine generelle Pflicht zur Verwendung von AGB besteht in Deutschland nicht. Sie sind aber dringend empfohlen, um Rechtssicherheit zu schaffen und Risiken zu senken, besonders im Onlinehandel und bei Geschäften mit Verbrauchern.
Was passiert, wenn ich keine AGB habe?
Ohne eigene AGB gelten die gesetzlichen Bestimmungen des BGB. Das kann zu Unsicherheiten führen und im Streitfall Nachteile bedeuten, weil du keine eigenen Regelungen zu Zahlung, Haftung oder Lieferung getroffen hast.
Kann ich einfach AGB-Muster aus dem Internet verwenden?
Muster kannst du als Ausgangspunkt nutzen, solltest sie aber von einem Fachanwalt prüfen und an dein Geschäftsmodell anpassen lassen. Veraltete oder unpassende Muster bergen ein hohes Abmahnrisiko.
Wie oft sollte ich meine AGB überprüfen und aktualisieren?
Empfehlenswert ist eine Prüfung mindestens einmal jährlich oder bei wesentlichen Änderungen an deinem Geschäftsmodell oder in der Gesetzgebung, etwa bei neuen Verbraucherschutzregeln. Die Rechtsprechung ändert sich laufend.

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