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Gewerbe anmelden: Schritt für Schritt für Gründer

Die Gewerbeanmeldung klingt nach Behördendschungel, ist aber in Wirklichkeit ein überschaubarer Ablauf. Hier erfährst du in Ruhe, wer überhaupt ein Gewerbe anmelden muss, was es kostet, welche Unterlagen du brauchst und welche Schritte nach der Anmeldung noch auf dich zukommen.

Das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Pflicht für die meisten: Wer selbstständig und mit Gewinnabsicht arbeitet, muss ein Gewerbe anmelden.
  • Ausnahmen: Freiberufler und die Urproduktion (etwa Landwirte) sind von der Gewerbeanmeldung befreit.
  • Kosten: Je nach Gemeinde meist 20 bis 60 Euro, dazu eventuell Gebühren für Nachweise.
  • Danach geht es weiter: Finanzamt-Fragebogen, IHK oder HWK und Berufsgenossenschaft folgen als nächste Schritte.

Was ist ein Gewerbe und wer muss es anmelden?

Ein Gewerbe meldest du an, sobald du eine Tätigkeit dauerhaft, eigenverantwortlich und auf eigene Rechnung mit Gewinnerzielungsabsicht ausübst. Es kommt nicht darauf an, wie hoch deine Einnahmen am Anfang sind. Entscheidend ist die Absicht, damit dauerhaft Geld zu verdienen.

Mit dem Gewerbe verbunden ist grundsätzlich die Gewerbesteuer. Für Einzelunternehmen und Personengesellschaften gilt dabei ein Freibetrag von 24.500 Euro Gewinn im Jahr. Erst darüber wird Gewerbesteuer fällig.

Ausnahmen: Freiberufler und Urproduktion

Nicht jede selbstständige Tätigkeit ist ein Gewerbe. Zwei Gruppen sind ausdrücklich befreit:

  • Freiberufler: die sogenannten Katalogberufe wie Ärzte, Rechtsanwälte, Journalisten, Künstler oder Steuerberater. Sie melden ihre Tätigkeit direkt beim Finanzamt an, nicht beim Gewerbeamt.
  • Urproduktion: Betriebe der Land- und Forstwirtschaft wie Landwirte fallen ebenfalls nicht unter die Gewerbeanmeldung.

Ob du Freiberufler oder Gewerbetreibender bist, ist nicht immer eindeutig. Der Unterschied hat spürbare Folgen für Steuern und Bürokratie. Wir erklären ihn ausführlich unter Freiberufler oder Gewerbe.

Erlaubnis- und genehmigungspflichtige Tätigkeiten

Manche Tätigkeiten darfst du nicht einfach so aufnehmen. Die Gewerbeordnung unterscheidet:

  • Erlaubnispflichtige Gewerbe: Hier brauchst du zusätzlich eine Erlaubnis, etwa im Reisegewerbe oder als Versicherungsberater.
  • Genehmigungspflichtige Gewerbe: Für Bereiche wie die Arzneimittelherstellung, Fahrschulen oder Gaststätten ist eine gesonderte Genehmigung nötig.
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Prüfe früh, ob deine Tätigkeit eine Erlaubnis oder Genehmigung braucht. Das spart dir später Zeit, weil du die Nachweise gleich bei der Anmeldung parat hast.

Voraussetzungen für die Anmeldung

Für die Gewerbeanmeldung selbst brauchst du in der Regel nicht viel. Vorausgesetzt werden Volljährigkeit und Geschäftsfähigkeit. Je nach Branche kommt ein Befähigungsnachweis dazu, etwa die Meisterprüfung im zulassungspflichtigen Handwerk oder eine Konzession. Nicht-EU-Bürger benötigen eine gültige Aufenthaltserlaubnis, die auch die selbstständige Tätigkeit erlaubt.

Der Ablauf: Schritt für Schritt

Schritt 1: Dokumente vorbereiten

Lege Personalausweis oder Reisepass bereit, dazu eventuell nötige Nachweise wie Handwerkskarte, Erlaubnisse oder ein Führungszeugnis. Wer die Anmeldung online erledigt, sollte die Dokumente eingescannt haben.

Schritt 2: Antrag stellen (persönlich, schriftlich, online)

Die Anmeldung erfolgt beim Gewerbeamt deiner Gemeinde. Du kannst sie persönlich vor Ort, schriftlich oder in vielen Kommunen bequem online einreichen. Bundesweit lässt sich dafür auch die Gründerplattform-App nutzen, die Anmeldung und steuerliche Erfassung in einem Schritt zusammenfasst.

Schritt 3: Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ausfüllen

Nach der Anmeldung meldet sich das Finanzamt, oder du wirst selbst aktiv. Den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung reichst du innerhalb eines Monats nach Gründung über ELSTER ein. Darüber bekommst du deine Steuernummer und bei Bedarf die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer. Wie das genau abläuft, liest du unter Fragebogen zur steuerlichen Erfassung.

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Seit November 2024 wird die neue Wirtschafts-Identifikationsnummer nach der Gewerbeanmeldung automatisch vergeben. Du musst sie nicht gesondert beantragen.

Schritt 4: Erfassungsbogen IHK oder HWK ausfüllen

Mit der Gewerbeanmeldung wirst du in der Regel automatisch Mitglied bei der IHK oder, im Handwerk, bei der Handwerkskammer. Beide schicken dir einen Erfassungsbogen zu.

Schritt 5: Kontakt mit der Berufsgenossenschaft aufnehmen

Innerhalb einer Woche nach der Gewerbeanmeldung solltest du dich bei der zuständigen Berufsgenossenschaft melden. Sie ist deine gesetzliche Unfallversicherung.

Schritt 6: Optionale Amtswege

Wenn du Mitarbeiter beschäftigen willst, brauchst du eine Betriebsnummer der Bundesagentur für Arbeit. Im zulassungspflichtigen Handwerk kommt die Eintragung in die Handwerksrolle dazu.

Kosten der Gewerbeanmeldung

Die Gebühr für die Anmeldung selbst ist überschaubar und hängt von Bundesland und Gemeinde ab.

PostenUngefähre Kosten
Gewerbeanmeldung20 bis 60 Euro
Polizeiliches Führungszeugnis (falls nötig)ca. 13 Euro
Auszug aus dem Gewerbezentralregister (falls nötig)ca. 13 Euro

Die Bearbeitung dauert in der Regel bis zu vier Wochen. Loslegen darfst du je nach Gemeinde oft schon mit der Anmeldung.

Gewerbe um- oder abmelden

Ändert sich etwas Wesentliches, etwa die Adresse oder die Art der Tätigkeit, meldest du das dem Gewerbeamt (Ummeldung). Gibst du die Tätigkeit ganz auf, folgt die Abmeldung. Auch dafür fallen meist kleinere Gebühren an. Wichtig ist, dass du diese Meldungen nicht vergisst, damit keine Beiträge oder Steuern ins Leere laufen.

Was passiert ohne Gewerbeschein?

Ein Gewerbe ohne Anmeldung zu betreiben ist eine Ordnungswidrigkeit. Es drohen Bußgelder, die schnell in den vierstelligen Bereich gehen können, dazu mögliche Steuernachzahlungen.

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Melde dein Gewerbe am besten vor oder spätestens mit Aufnahme der Tätigkeit an. Eine verspätete Anmeldung fällt schnell auf und ist unnötig teuer.
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Checkliste: Gewerbe anmelden in 6 Schritten

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Häufige Fragen

Wann muss ich mein Hobby als Gewerbe anmelden?
Sobald du mit deinem Hobby regelmäßig Geld verdienen willst und eine Gewinnerzielungsabsicht hast, gilt die Tätigkeit in der Regel nicht mehr als Hobby, sondern als Gewerbe. Dann meldest du dein Gewerbe beim zuständigen Gewerbeamt an, auch wenn die Einnahmen zunächst noch gering sind.
Welche Freiberufler müssen kein Gewerbe anmelden?
Freiberufler brauchen grundsätzlich kein Gewerbe anzumelden. Dazu gehören etwa Ärzte, Rechtsanwälte, Journalisten, Designer oder Steuerberater. Diese freien Berufe melden ihre Tätigkeit direkt beim Finanzamt an.
Wie lange dauert es, ein Gewerbe anzumelden?
Das Ausfüllen der eigentlichen Gewerbeanmeldung dauert meist nur wenige Minuten. Die Bestätigung erfolgt in vielen Fällen direkt vor Ort oder kurz danach. Die Bearbeitung kann jedoch bis zu vier Wochen dauern.
Kann ich ein Gewerbe online anmelden?
Ja, in vielen Städten und Gemeinden ist die Online-Anmeldung möglich. Auch bundesweit kann die Gründerplattform-App genutzt werden, um die Gewerbeanmeldung und die steuerliche Erfassung in einem Schritt zu erledigen.

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