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Versicherungen für Gründer: Pflicht und Optionen 2025/26

Als Selbstständiger trägst du die volle Verantwortung für deine Absicherung. Es gibt keinen Arbeitgeber mehr, der die Hälfte übernimmt. Damit du die wirklich wichtigen Policen von den überflüssigen trennst, gehen wir hier in Ruhe durch, was Pflicht ist und was sich für dich lohnt.

Das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Immer Pflicht: Kranken- und Pflegeversicherung sind für alle Selbstständigen vorgeschrieben.
  • Rente je nach Beruf: Nur bestimmte Gruppen wie Handwerker, Künstler und Lehrer sind pflichtversichert. Eine allgemeine Pflicht ab 2025 kam nicht.
  • Betrieblich absichern: Für viele beratende Berufe ist die Berufshaftpflicht essenziell oder sogar Pflicht.
  • Früh handeln: Wer rechtzeitig plant, vermeidet Deckungslücken und Altersarmut.

Warum Versicherungen für Gründer wichtig sind

Mit dem Schritt in die Selbstständigkeit fällt das soziale Netz des Angestelltenverhältnisses weg. Du trägst die volle Verantwortung für deine Absicherung. Die staatlichen Pflichtversicherungen decken dabei die gravierendsten Risiken ab, für alles andere musst du selbst vorsorgen.

Pflichtversicherungen für Selbstständige

Kranken- und Pflegeversicherung

Das ist der eine Punkt, an dem niemand vorbeikommt: Die Kranken- und Pflegeversicherung ist für alle Selbstständigen in Deutschland Pflicht. Du hast die Wahl zwischen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), in der du dich als Selbstständiger freiwillig versicherst, und der privaten Krankenversicherung (PKV). Bei Fragen hilft das Bürgertelefon des Bundesministeriums für Gesundheit weiter (Krankenversicherung: 030 340 60 66 01, Pflegeversicherung: 030 340 60 66 02).

Rentenversicherung

Hier lohnt genaues Hinsehen. Eine allgemeine Rentenversicherungspflicht für alle Selbstständigen ab 2025 wurde nicht umgesetzt. Pflichtversichert sind nur bestimmte Berufsgruppen, etwa Handwerker, Künstler und Publizisten, Lehrer, Erzieher, Pflegepersonen sowie Seelotsen, Küstenschiffer und -fischer.

Wer pflichtversichert ist, muss sich innerhalb von drei Monaten nach Aufnahme der Tätigkeit bei der Deutschen Rentenversicherung melden. Aber auch ohne Pflicht kannst du dich freiwillig absichern.

Beitrag 2025Höhe pro Monat
Regelbeitrag696,57 € (18,6 % der Bezugsgröße von 3.745 €)
Halber Regelbeitrag (Existenzgründer, erste 3 Jahre)348,29 €
Freiwillige Versicherung: Mindestbeitrag112,16 €
Freiwillige Versicherung: Höchstbeitrag1.571,70 €

Unfallversicherung

Eine gesetzliche Unfallversicherung ist nur für einige Gruppen Pflicht, etwa Hausgewerbetreibende, Küstenschiffer und -fischer, landwirtschaftliche Unternehmer sowie bestimmte im Gesundheitswesen tätige Selbstständige. Träger sind die Berufsgenossenschaften.

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Ob du rentenversicherungspflichtig bist, hängt stark von deiner konkreten Tätigkeit und der Frage der Scheinselbstständigkeit ab. Im Zweifel klärst du das direkt mit der Deutschen Rentenversicherung.

Sinnvolle betriebliche Versicherungen

Berufshaftpflichtversicherung

Für beratende und planende Berufe ist die Berufshaftpflicht oft Pflicht, zum Beispiel für Ärzte, Architekten, Rechtsanwälte und Steuerberater. Sie deckt Personen-, Sach- und Vermögensschäden ab, die aus deiner beruflichen Tätigkeit entstehen können.

Betriebshaftpflicht und Inhaltsversicherung

Die Betriebshaftpflicht schützt dich vor Schäden, die dein Betrieb Dritten zufügt. Eine Inhalts- und Ertragsausfallversicherung sichert deine Ausstattung und fängt Umsatzausfälle ab, etwa nach einem Brand oder Wasserschaden.

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Der Verzicht auf betriebliche Haftpflichtversicherungen kann existenzbedrohend werden. Ein einziger großer Schaden übersteigt schnell das, was ein junges Unternehmen tragen kann.

Sinnvolle private Absicherungen

Neben Pflicht und Betrieb bleibt deine persönliche Absicherung. Zwei Themen sind für Gründer besonders wichtig.

  • Berufsunfähigkeitsversicherung: Sie springt ein, wenn du aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten kannst, und sichert damit deine finanzielle Existenz. Für Selbstständige gehört sie zu den wichtigsten privaten Policen.
  • Private Altersvorsorge: Wer nicht rentenversicherungspflichtig ist, sollte selbst vorsorgen, zum Beispiel über die Rürup-Rente oder die Riester-Rente.

Wer freiwillig gegen Arbeitslosigkeit abgesichert sein möchte, kann das unter bestimmten Voraussetzungen tun, etwa wenn in den letzten 30 Monaten vor der Selbstständigkeit mindestens 12 Monate Versicherungspflicht bestand.

Häufige Fehler bei der Versicherungsplanung

  • Private Vorsorge unterschätzen: Altersvorsorge und Berufsunfähigkeit werden gern aufgeschoben und dann teuer.
  • Meldepflichten übersehen: Wer pflichtversichert ist, muss sich rechtzeitig bei der Rentenversicherung melden.
  • Auf betriebliche Haftpflicht verzichten: Ein einziger Schadenfall kann sonst die Existenz kosten.
Plane deine Versicherungskosten von Anfang an ein. Sie gehören in jeden Businessplan, damit die monatliche Belastung nicht zur bösen Überraschung wird.
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Häufige Fragen

Sind alle Selbstständigen in Deutschland rentenversicherungspflichtig?
Nein, eine allgemeine Rentenversicherungspflicht für alle Selbstständigen ab 2025 wurde nicht umgesetzt. Nur bestimmte Berufsgruppen wie Handwerker, Künstler oder Lehrer sind gesetzlich pflichtversichert.
Welche Versicherungen sind für jeden Gründer in Deutschland Pflicht?
Die Kranken- und Pflegeversicherung ist für alle Selbstständigen in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben.
Was passiert, wenn ich eine Pflichtversicherung nicht abschließe?
Das kann zu hohen Nachzahlungen und unter Umständen zu Bußgeldern führen. Informiere dich daher unbedingt rechtzeitig über deine Pflichten.
Ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Gründer sinnvoll?
Ja, eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist für Selbstständige sehr sinnvoll, da sie bei gesundheitlicher Arbeitsunfähigkeit die finanzielle Existenz sichert und das Risiko eines sozialen Absturzes mindert.

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