● Gründung

Rechtsform wählen: Einzelunternehmen, GbR, UG oder GmbH?

Die Wahl der Rechtsform ist eine der ersten großen Entscheidungen bei der Gründung. Sie bestimmt, wie du haftest, wie viel die Gründung kostet und wie viel Bürokratie auf dich zukommt. Hier vergleichen wir in Ruhe die vier gängigsten Formen, damit du die passende für dein Vorhaben findest.

Das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Einzelunternehmen und GbR: einfach und günstig zu gründen, aber ohne Haftungsbeschränkung.
  • UG und GmbH: beschränkte Haftung, dafür mehr Aufwand und höhere Kosten.
  • Die UG ist die Mini-GmbH: ab 1 Euro Stammkapital, mit Ansparpflicht.
  • Die GmbH braucht 25.000 Euro Stammkapital und wirkt besonders seriös nach außen.

Warum die Rechtsform so wichtig ist

Die Rechtsform ist kein reiner Formalismus. Sie entscheidet vor allem über drei Dinge: Mit welchem Vermögen du für Schulden geradestehst (Haftung), wie viel die Gründung und der laufende Betrieb kosten und wie aufwendig deine Buchführung ist. Es gibt keine Rechtsform, die für alle passt. Die richtige hängt von deinem Risiko, der Zahl der Gründer und deinen Wachstumsplänen ab.

Einzelunternehmen: der einfache Start

Das Einzelunternehmen ist die unkomplizierteste Form für Einzelgründer. Du meldest dein Gewerbe an oder, als Freiberufler, dich direkt beim Finanzamt. Ein Mindestkapital ist nicht nötig.

  • Gründung: einfach, Kosten für die Gewerbeanmeldung meist 20 bis 60 Euro je nach Gemeinde.
  • Haftung: unbeschränkt, also auch mit deinem Privatvermögen.
  • Steuern: Einkommensteuer, ab 24.500 Euro Gewinn Gewerbesteuer, Umsatzsteuer (wobei die Kleinunternehmerregelung greifen kann).
  • Buchführung: die einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung reicht, solange Umsatz unter 800.000 Euro und Gewinn unter 80.000 Euro bleiben.

GbR: gemeinsam gründen

Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts entsteht, sobald sich zwei oder mehr Personen zu einem gemeinsamen Zweck zusammentun. Sie ist die naheliegende Form für Teamgründungen ohne großen Aufwand.

  • Gründung: formlos möglich, kein Mindestkapital. Jeder Gesellschafter meldet das Gewerbe an.
  • Haftung: persönlich und gesamtschuldnerisch. Jeder haftet mit seinem Privatvermögen, auch für die Handlungen der Partner.
  • Steuern: Einkommensteuer der einzelnen Gesellschafter, ab 24.500 Euro Gewinn Gewerbesteuer.
  • Buchführung: die einfache EÜR genügt innerhalb derselben Grenzen wie beim Einzelunternehmen.
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Bei der GbR haftet jeder Partner auch für Fehler der anderen, und zwar in voller Höhe. Klärt eure Zusammenarbeit deshalb früh in einem schriftlichen Gesellschaftsvertrag.

UG: die Mini-GmbH

Die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) ist rechtlich eine GmbH-Variante mit niedriger Einstiegshürde. Details findest du unter UG gründen.

  • Gründung: notariell beurkundeter Gesellschaftsvertrag und Eintrag ins Handelsregister. Stammkapital ab 1 Euro, dafür müssen 25 Prozent des Jahresgewinns zurückgelegt werden, bis 25.000 Euro erreicht sind. Dauer etwa zwei bis sechs Wochen.
  • Haftung: beschränkt auf das Gesellschaftsvermögen.
  • Steuern: Körperschaftsteuer (15 Prozent), Gewerbesteuer und Umsatzsteuer.
  • Buchführung: doppelte Buchführung und Bilanzierungspflicht.

GmbH: Sicherheit und Prestige

Die GmbH ist die bekannteste Kapitalgesellschaft und genießt hohes Ansehen. Den ganzen Ablauf beschreiben wir unter GmbH gründen.

  • Gründung: notariell beurkundeter Gesellschaftsvertrag und Handelsregistereintrag. Stammkapital 25.000 Euro, davon mindestens 12.500 Euro bei Gründung eingezahlt. Dauer etwa vier bis acht Wochen.
  • Haftung: beschränkt auf das Gesellschaftsvermögen.
  • Steuern: Körperschaftsteuer (15 Prozent), Gewerbesteuer und Umsatzsteuer.
  • Buchführung: doppelte Buchführung und Bilanzierungspflicht.

Alle Rechtsformen im Vergleich

MerkmalEinzelunternehmenGbRUGGmbH
Gründer1ab 2ab 1ab 1
Mindestkapitalkeinskeinsab 1 Euro25.000 Euro
Haftungunbeschränktunbeschränktbeschränktbeschränkt
Notar nötigneinneinjaja
BuchführungEÜREÜRBilanzBilanz

Häufige Fehler bei der Wahl

  • Haftung unterschätzen: Viele Gründer übersehen, wie weit die persönliche Haftung bei Einzelunternehmen und GbR reicht.
  • Zu wenig Startkapital: Eine UG lässt sich mit 1 Euro gründen, doch für die Anlaufphase ist das oft zu knapp. Ein Polster von 1.000 bis 2.500 Euro ist realistischer.
  • Ohne Beratung entscheiden: Die Rechtsformwahl hat steuerliche und rechtliche Folgen. Ein kurzer Termin bei Steuerberater oder Anwalt lohnt sich fast immer.
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Du musst dich nicht für immer festlegen. Ein Wechsel der Rechtsform ist später möglich, etwa vom Einzelunternehmen zur GmbH, wenn dein Geschäft wächst.
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Häufige Fragen

Was ist der größte Unterschied zwischen einer GbR und einer UG?
Der größte Unterschied liegt in der Haftung. Bei einer GbR haften die Gesellschafter persönlich und unbeschränkt mit ihrem Privatvermögen, während bei einer UG die Haftung auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt ist.
Kann ich meine Rechtsform später ändern?
Ja, eine Änderung der Rechtsform ist grundsätzlich möglich, etwa der Wechsel vom Einzelunternehmen zur GmbH. Das erfordert jedoch einen gewissen bürokratischen Aufwand und kann Kosten verursachen.
Welche Rechtsform ist für Freiberufler am besten geeignet?
Freiberufler starten oft als Einzelunternehmen. Bei Teamgründungen sind die GbR oder die Partnerschaftsgesellschaft eine Option. Eine GmbH-Gründung ist auch möglich, führt aber zum Verlust der Freiberufler-Privilegien.
Wie lange dauert die Gründung einer GmbH oder UG?
Die Gründung einer UG dauert durchschnittlich zwei bis sechs Wochen, eine GmbH vier bis acht Wochen, hauptsächlich bedingt durch Notartermin und Handelsregistereintragung.

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