Brauchst du überhaupt eine Website?
Viele Selbstständige starten heute mit einem Instagram- oder Facebook-Profil und fragen sich, ob eine eigene Website noch nötig ist. Die kurze Antwort: In den meisten Fällen ja. Eine Website erledigt ein paar Dinge, die Social Media nicht kann.
- Rund um die Uhr sichtbar: Deine Seite arbeitet auch nachts und am Wochenende. Interessenten finden Angebot, Öffnungszeiten und Kontakt, wann immer sie suchen.
- Vertrauen: Eine gepflegte Website wirkt professionell. Viele Menschen prüfen ein Unternehmen erst online, bevor sie anrufen oder eine Anfrage schicken.
- Unabhängig von Plattformen: Deine Website gehört dir. Ein Social-Media-Konto kann gesperrt werden oder Reichweite verlieren, wenn sich die Regeln der Plattform ändern.
- Bei Google auffindbar: Wer nach deiner Leistung in deiner Region sucht, kann dich über die Suche finden. Ein Social-Media-Profil taucht dort kaum auf.
Baukasten, WordPress oder Agentur?
Es gibt drei übliche Wege zur eigenen Website. Welcher passt, hängt von deinem Budget, deiner Zeit und deinem Wunsch nach Flexibilität ab.
| Weg | Aufwand | Kosten | Flexibilität |
|---|---|---|---|
| Baukasten (z.B. Wix, Jimdo, Onepage) | gering, per Drag-and-drop | etwa 10 bis 30 € / Monat inkl. Hosting | mittel, an Vorlagen gebunden |
| WordPress (selbst gehostet) | mittel, etwas Einarbeitung | Hosting ca. 5 bis 15 € / Monat | hoch, sehr viele Erweiterungen |
| Agentur | gering für dich, du lieferst Inhalte | meist mittlerer 3- bis 4-stelliger Bereich | hoch, individuell umsetzbar |
Für den Anfang und für die meisten kleinen Unternehmen ist ein Baukasten die pragmatischste Wahl: schnell startklar, wenig Technik, alles aus einer Hand. Wer langfristig plant und gern selbst schraubt, ist mit WordPress flexibler. Eine Agentur lohnt sich, wenn du keine Zeit hast und ein individuelles Ergebnis möchtest.
Was auf deine Website gehört
Eine gute Website muss nicht groß sein. Für den Start reichen wenige, klare Seiten. Wichtiger als Umfang ist, dass Besucher schnell verstehen, was du anbietest und wie sie dich erreichen.
- Startseite: In einem Satz, was du für wen tust, plus ein klarer nächster Schritt (Anfrage, Anruf).
- Leistungen: Was du konkret anbietest, verständlich und ohne Fachchinesisch.
- Über uns: Wer hinter dem Unternehmen steht. Ein Gesicht schafft Nähe.
- Kontakt: Telefon, E-Mail und ein einfaches Formular. Je leichter die Kontaktaufnahme, desto mehr Anfragen.
- Referenzen oder Bewertungen: Echte Stimmen zufriedener Kunden wirken stärker als jedes Werbeversprechen.
- Pflichtseiten: Impressum und Datenschutzerklärung, für jede geschäftliche Seite verpflichtend.
In 6 Schritten zur Website
- Ziel festlegen: Was soll die Website erreichen? Anfragen sammeln, gefunden werden, informieren? Das Ziel bestimmt Aufbau und Inhalte.
- Domain sichern: Deine Internetadresse (z.B. dein-firmenname.de) und eine passende Geschäfts-E-Mail gehören zusammen. Wähle einen kurzen, merkbaren Namen.
- Inhalte und Texte vorbereiten: Schreibe die Texte für deine Seiten und sammle Fotos. Dieser Schritt kostet erfahrungsgemäß die meiste Zeit, also plane ihn zuerst ein.
- Design und Umsetzung: Wähle im Baukasten eine Vorlage, die zu deiner Branche passt, und fülle sie mit deinen Inhalten. Halte es aufgeräumt und mobil lesbar.
- Rechtssicher machen: Impressum und Datenschutzerklärung einbinden, Cookie-Hinweis einrichten. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.
- Veröffentlichen und bei Google eintragen: Seite live schalten und ein Google-Unternehmensprofil anlegen, damit du in der lokalen Suche und auf der Karte erscheinst.
Rechtliches nicht vergessen
Sobald deine Website geschäftlich ist, gelten in Deutschland ein paar Pflichten. Sie sind mit etwas Sorgfalt gut zu erfüllen und schützen dich vor Abmahnungen.
- Impressum: Eine Anbieterkennzeichnung ist Pflicht. Was genau hineingehört, liest du im Ratgeber Impressumspflicht.
- Datenschutzerklärung: Sie informiert Besucher, welche Daten du wie verarbeitest. Eine praktische Anleitung findest du unter Datenschutzerklärung erstellen.
- Cookies und Tracking: Nutzt du Analyse- oder Marketing-Werkzeuge, brauchst du in der Regel eine Einwilligung der Besucher, meist über ein Cookie-Banner.
Was eine Website kostet
Die Kosten hängen vom gewählten Weg ab. Als grobe Orientierung, je nach Anbieter und Umfang:
| Weg | Ungefähre laufende Kosten |
|---|---|
| Baukasten (inkl. Hosting) | etwa 10 bis 30 € / Monat |
| WordPress (Hosting separat) | etwa 5 bis 15 € / Monat |
| Domain | etwa 10 bis 20 € / Jahr |
| Agentur (einmalig) | meist mittlerer 3- bis 4-stelliger Bereich |
Für die meisten kleinen Unternehmen ist eine solide Website also keine Frage von tausenden Euro. Die größte Investition ist deine Zeit für gute Inhalte, und die zahlt sich am Ende am meisten aus.
