Was ist eine UG (haftungsbeschränkt)?
Die Unternehmergesellschaft ist rechtlich eine Sonderform der GmbH. Viele nennen sie deshalb Mini-GmbH. Ihr großer Vorteil: Die Firma haftet nur mit ihrem eigenen Vermögen, nicht mit deinem privaten Geld. Und das Startgeld liegt bei nur 1 Euro. So kommst du leicht zu einer Kapitalgesellschaft. Kapitalgesellschaft heißt im Grunde genommen eine Firma, die als eigene Rechtsperson gilt, zum Beispiel die GmbH oder die UG.
Der wichtigste Unterschied zur GmbH ist das Startgeld: Bei der GmbH sind es 25.000 Euro, bei der UG reicht 1 Euro. Dafür gilt bei der UG die Ansparpflicht. Das heißt, du musst später Gewinn zurücklegen (mehr dazu weiter unten). Ob UG oder GmbH besser zu dir passt, klären wir im Überblick unter Rechtsform wählen und im Detail unter GmbH gründen.
UG gründen: der Ablauf Schritt für Schritt
- Vorbereitung und Planung: Geschäftsidee schärfen, Businessplan erstellen und den Firmennamen festlegen.
- Notartermin und Gesellschaftsvertrag: Der Gesellschaftsvertrag ist im Grunde genommen die Sammlung der Grundregeln deiner Firma. Bei einfachen Fällen reicht ein fertiges Formular (das Musterprotokoll). Sonst schreibt ihr eigene Regeln, die der Notar beglaubigt.
- Geschäftskonto eröffnen und Startgeld einzahlen: Das Startgeld kommt auf ein eigenes Konto der UG, getrennt von deinem privaten Konto.
- Eintragung ins Handelsregister: Das Handelsregister ist im Grunde genommen das amtliche Verzeichnis aller Firmen. Erst mit dem Eintrag gibt es die UG wirklich als eigene Rechtsperson. Ab dann haftest du nicht mehr mit deinem privaten Geld.
- Gewerbeanmeldung und Anmeldung beim Finanzamt: Nach dem Eintrag meldest du dein Gewerbe an und meldest die Firma beim Finanzamt.
Vom Notartermin bis zum Eintrag ins Handelsregister vergehen meist zwei bis sechs Wochen.
Kosten einer UG-Gründung
Neben dem Startgeld kommen noch weitere Kosten für die Gründung dazu. Die musst du auch zahlen, wenn du nur 1 Euro Startgeld einzahlst.
| Posten | Ungefähre Kosten |
|---|---|
| Stammkapital | ab 1 Euro (empfohlen 1.000 bis 2.500 Euro) |
| Notarkosten (Musterprotokoll) | ca. 105 Euro (1 Person) bis 165 Euro (2 bis 3 Gesellschafter) |
| Handelsregistereintragung | ca. 120 Euro |
| Rechts- oder Steuerberatung | individuell, optional |
Das Stammkapital und die Ansparpflicht
Die 1-Euro-UG: Mythos und Realität
Die UG lässt sich rechtlich mit 1 Euro gründen. Das ist keine Werbung, das gilt wirklich. In der Praxis ist so wenig Geld aber selten sinnvoll. Denn schon die Gründung kostet mehr als 1 Euro. Dann hast du sofort mehr Schulden als Geld, eine sogenannte Unterdeckung.
Ansparpflicht und Umwandlung in eine GmbH
Damit die UG mit der Zeit an eine GmbH heranwächst, gibt es die Ansparpflicht. Ansparpflicht heißt im Grunde genommen: Du musst jedes Jahr Geld zurücklegen. Genauer gesagt 25 Prozent vom Jahresüberschuss. Der Jahresüberschuss ist der Gewinn, der am Jahresende übrig bleibt. Dieses Geld legst du zur Seite (in eine Rücklage), bis 25.000 Euro zusammen sind. Dann darfst du die UG in eine GmbH umwandeln. Das wirkt bei Kunden oft seriöser. Eine Pflicht zum Umwandeln gibt es aber nicht.
Nach der Gründung: Pflichten und Fristen
Als Kapitalgesellschaft muss die UG doppelte Buchführung machen. Das heißt im Grunde genommen, jeden Geschäftsvorgang doppelt und genau aufschreiben. Am Jahresende erstellt sie eine Bilanz (eine Übersicht über Vermögen und Schulden) und einen Jahresabschluss. An Steuern fallen an: Körperschaftsteuer (die Steuer auf den Gewinn der Firma), Gewerbesteuer (eine Steuer fürs Gewerbe an die Gemeinde) und Umsatzsteuer (die Steuer auf fast jeden Verkauf, die ans Finanzamt geht). Dazu kommen laufende Kosten wie Buchhaltung, IHK-Beiträge und Versicherungen. Die IHK ist die Industrie- und Handelskammer, eine Pflicht-Mitgliedschaft für viele Firmen. Diese Termine kommen jedes Jahr wieder. Deshalb lohnt sich ein guter Überblick über alle Fristen.