● Finanzen & Werkzeuge

Liquiditätsplanung: Geld im Voraus sehen

Bereich: Finanzen & Werkzeuge Verfügbar: Ab Starter Stand: August 2026

Die meisten Unternehmen gehen nicht an fehlendem Gewinn zugrunde, sondern an fehlendem Geld zum richtigen Zeitpunkt. Die Liquiditätsplanung zeigt dir je Monat, was rein- und rausgeht, und was am Ende übrig bleibt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kurz: Modul Liquiditätsplanung, in jedem Plan enthalten.
  • Kurz: Offene Rechnungen erscheinen im Fälligkeitsmonat, bezahlte im Monat der Zahlung.
  • Kurz: Verträge werden nach ihrem Rhythmus auf die Monate verteilt.
  • Kurz: Eigene Zeilen ergänzt du frei, alles speichert sich automatisch.

Warum es das gibt

Gewinn und Geld sind zwei verschiedene Dinge, und dieser Unterschied bringt jedes Jahr Betriebe um, die eigentlich gut verdienen. Du schreibst im März eine Rechnung über 20.000 Euro und hast damit im März Gewinn. Bezahlt wird sie im Mai. Das Material dafür hast du aber schon im Februar bezahlt, die Löhne laufen jeden Monat weiter, und die Umsatzsteuer auf diese Rechnung führst du ab, bevor der Kunde überwiesen hat. Auf dem Papier läuft alles rund, auf dem Konto wird es im April eng.

Genau diese Lücke macht die Liquiditätsplanung sichtbar. Sie interessiert sich nicht dafür, wann ein Umsatz entsteht, sondern wann Geld tatsächlich fließt. Deshalb landet eine offene Rechnung im Monat ihrer Fälligkeit und eine bezahlte im Monat der Zahlung.

Der eigentliche Nutzen liegt nicht in der Zahl am Jahresende, sondern in den roten Monaten dazwischen. Wer im Januar sieht, dass der April knapp wird, hat drei Monate Zeit zu handeln: Anzahlungen vereinbaren, Investitionen schieben, mit der Bank reden. Wer es im April merkt, hat nur noch schlechte Optionen.

Wofür du es brauchst

  • Du willst investieren und weißt nicht, ob du es dir leisten kannst. Trag die Anschaffung im geplanten Monat ein und schau, ob der Saldo danach noch trägt.
  • Deine Bank fragt nach einer Planung. Für Kreditgespräche und Förderanträge ist eine Monatsplanung fast immer Voraussetzung. Hier hast du sie, ohne Excel zu bauen.
  • Du hast ein Saisongeschäft. Im Winter Umsatz, im Sommer Flaute, oder umgekehrt. Die Monatsansicht zeigt, wie weit der Puffer aus der guten Zeit reicht.
  • Ein großer Kunde zahlt spät. Verschieb die erwartete Einzahlung um zwei Monate und sieh sofort, was das mit deinem Konto macht.
  • Du willst wissen, wann du jemanden einstellen kannst. Trag das volle Arbeitgeber-Gehalt als eigene Zeile ab dem geplanten Monat ein. Der Mitarbeiterkosten-Rechner liefert dir den richtigen Betrag.

Wie genau: Schritt für Schritt

  1. Jahr wählen

    Oben wählst du das Jahr. Planbar sind das laufende und das nächste Jahr, bereits erfasste Jahre bleiben dauerhaft wählbar.

  2. Automatische Zeilen verstehen

    Die automatisch gefüllten Zeilen sind gekennzeichnet. Sie kommen aus deinen Rechnungen und Verträgen und aktualisieren sich, wenn sich dort etwas ändert.

  3. Eigene Positionen ergänzen

    Ergänze, was unternio nicht wissen kann: Gehälter, Miete, Steuervorauszahlungen, geplante Investitionen. Siehe Eigene Zeilen pflegen.

  4. Kategorien nutzen

    Ein Klick auf eine Kategorie-Überschrift klappt den Block zu. Unter jeder Kategorie steht die Monats-Summe, das hält die Tabelle lesbar.

  5. Ergebnis lesen

    Die Ergebniszeile zeigt den Saldo je Monat. Rote Monate sind dein Frühwarnsignal, dort brauchst du entweder mehr Einnahmen, gestreckte Ausgaben oder einen Puffer.

Ein Beispiel

Ausgangslage: Ein Malerbetrieb, drei Leute, rund 30.000 Euro Umsatz im Monat. Der Inhaber hat das Gefühl, dass es läuft, ist aber zweimal im Jahr überrascht, wenn das Konto plötzlich leer ist. Er öffnet die Liquiditätsplanung für das laufende Jahr.

Was schon da ist: Die offenen Rechnungen erscheinen automatisch in ihrem Fälligkeitsmonat, die bezahlten im Monat der Zahlung. Seine Verträge, also Leasing für zwei Transporter, Werkstattmiete, Versicherungen und Software, verteilt unternio nach ihrem Rhythmus auf die Monate.

Was er ergänzt: Löhne und Sozialabgaben mit 11.500 Euro monatlich. Seine eigene Privatentnahme mit 3.500 Euro. Die Umsatzsteuer-Zahllast, die er bisher nie geplant hatte. Und die Einkommensteuer-Vorauszahlung, die quartalsweise kommt.

Das Ergebnis: Zwei Monate stehen rot: der März und der September. Beide Male fällt eine Steuervorauszahlung mit einem Monat zusammen, in dem wenig Geld hereinkommt. Im März fehlen ihm rechnerisch 6.200 Euro.

Was er damit macht: Er vereinbart bei zwei größeren Aufträgen eine Anzahlung von 30 Prozent bei Auftragserteilung und verschiebt die Anschaffung einer neuen Spritzanlage vom März in den Juni. Beide roten Monate sind damit weg, ohne dass er einen Kredit gebraucht hätte.

Was automatisch einfließt

QuelleWie geplant wird
Offene Rechnungenals erwartete Einzahlung im Monat der Fälligkeit
Bezahlte Rechnungenim Monat der tatsächlichen Zahlung
Aktive Verträgenach Abrechnungsrhythmus verteilt: monatlich, quartalsweise oder jährlich
i
Es gibt bewusst keine Bankanbindung. unternio zeigt dir den Plan, nicht den Kontostand. Wer den Ist-Stand braucht, ergänzt ihn als eigene Startzeile.

Wenn es klemmt

Die Planung zeigt einen viel besseren Saldo, als mein Konto hergibt.
Fast immer fehlt Ausgabenseite. Die Klassiker: Umsatzsteuer-Zahllast, Einkommen- oder Körperschaftsteuer-Vorauszahlungen, Privatentnahmen und Tilgungen. unternio kann diese Beträge nicht kennen, sie stehen in keinem Beleg.
Eine Rechnung steht im falschen Monat.
Maßgeblich ist bei offenen Rechnungen das Fälligkeitsdatum, nicht das Rechnungsdatum. Wenn ein Kunde erfahrungsgemäß später zahlt, korrigier das Zahlungsziel in der Rechnung, dann wandert sie mit.
Ich sehe die Liquiditätsplanung gar nicht.
Sie ist in jedem Unternio-Plan enthalten. Siehst du sie nicht, fehlt dir das Modul-Recht: der Inhaber vergibt es unter Team über die Rechte je Mitglied.
Die Tabelle ist auf dem Handy unübersichtlich.
Am Handy zeigt Unternio nur einen Monat. Über der Tabelle wählst du ihn aus, die Pfeile springen einen Monat vor oder zurück. Willst du doch alle zwölf sehen, wähl in der Liste „Alle Monate“. Export und Ausdruck enthalten immer das ganze Jahr, unabhängig davon, was gerade auf dem Bildschirm steht.
Ich möchte meinen echten Kontostand sehen.
Es gibt bewusst keine Bankanbindung. unternio plant, es bucht nicht. Wenn du den Ist-Stand brauchst, leg eine eigene Zeile „Kontostand am Monatsanfang“ an und trag ihn einmal im Monat ein.
i
Hintergrundwissen: EÜR verstehen

Häufige Fragen

Warum sehe ich die Liquiditätsplanung nicht?
Sie ist in jedem Plan enthalten; prüfe dein Modul-Recht (vergibt der Inhaber unter Team).
Rechnet unternio mit Netto oder Brutto?
Geplant wird der Zahlungsstrom, also brutto. Die Umsatzsteuer, die du weiterleitest, gehört als eigene Ausgabenzeile in die Planung.
Wie oft sollte ich die Planung pflegen?
Einmal im Monat reicht meistens. Wichtig ist, dass die Ausgabenseite ehrlich gefüllt ist.

Gleich selbst ausprobieren

unternio ist ohne Kreditkarte startklar. Alle Funktionen, deutsches Hosting, monatlich kündbar.

Kostenlos starten

Nicht weitergekommen?

Schreib uns, wir antworten werktags innerhalb von 48 Stunden. Angemeldete Kundinnen und Kunden erreichen uns direkt über den Support-Chat in der App.

support@unternio.de Zur App