Warum es das gibt
Gewinn und Geld sind zwei verschiedene Dinge, und dieser Unterschied bringt jedes Jahr Betriebe um, die eigentlich gut verdienen. Du schreibst im März eine Rechnung über 20.000 Euro und hast damit im März Gewinn. Bezahlt wird sie im Mai. Das Material dafür hast du aber schon im Februar bezahlt, die Löhne laufen jeden Monat weiter, und die Umsatzsteuer auf diese Rechnung führst du ab, bevor der Kunde überwiesen hat. Auf dem Papier läuft alles rund, auf dem Konto wird es im April eng.
Genau diese Lücke macht die Liquiditätsplanung sichtbar. Sie interessiert sich nicht dafür, wann ein Umsatz entsteht, sondern wann Geld tatsächlich fließt. Deshalb landet eine offene Rechnung im Monat ihrer Fälligkeit und eine bezahlte im Monat der Zahlung.
Der eigentliche Nutzen liegt nicht in der Zahl am Jahresende, sondern in den roten Monaten dazwischen. Wer im Januar sieht, dass der April knapp wird, hat drei Monate Zeit zu handeln: Anzahlungen vereinbaren, Investitionen schieben, mit der Bank reden. Wer es im April merkt, hat nur noch schlechte Optionen.
Wofür du es brauchst
- Du willst investieren und weißt nicht, ob du es dir leisten kannst. Trag die Anschaffung im geplanten Monat ein und schau, ob der Saldo danach noch trägt.
- Deine Bank fragt nach einer Planung. Für Kreditgespräche und Förderanträge ist eine Monatsplanung fast immer Voraussetzung. Hier hast du sie, ohne Excel zu bauen.
- Du hast ein Saisongeschäft. Im Winter Umsatz, im Sommer Flaute, oder umgekehrt. Die Monatsansicht zeigt, wie weit der Puffer aus der guten Zeit reicht.
- Ein großer Kunde zahlt spät. Verschieb die erwartete Einzahlung um zwei Monate und sieh sofort, was das mit deinem Konto macht.
- Du willst wissen, wann du jemanden einstellen kannst. Trag das volle Arbeitgeber-Gehalt als eigene Zeile ab dem geplanten Monat ein. Der Mitarbeiterkosten-Rechner liefert dir den richtigen Betrag.
Wie genau: Schritt für Schritt
Jahr wählen
Oben wählst du das Jahr. Planbar sind das laufende und das nächste Jahr, bereits erfasste Jahre bleiben dauerhaft wählbar.
Automatische Zeilen verstehen
Die automatisch gefüllten Zeilen sind gekennzeichnet. Sie kommen aus deinen Rechnungen und Verträgen und aktualisieren sich, wenn sich dort etwas ändert.
Eigene Positionen ergänzen
Ergänze, was unternio nicht wissen kann: Gehälter, Miete, Steuervorauszahlungen, geplante Investitionen. Siehe Eigene Zeilen pflegen.
Kategorien nutzen
Ein Klick auf eine Kategorie-Überschrift klappt den Block zu. Unter jeder Kategorie steht die Monats-Summe, das hält die Tabelle lesbar.
Ergebnis lesen
Die Ergebniszeile zeigt den Saldo je Monat. Rote Monate sind dein Frühwarnsignal, dort brauchst du entweder mehr Einnahmen, gestreckte Ausgaben oder einen Puffer.
Ein Beispiel
Ausgangslage: Ein Malerbetrieb, drei Leute, rund 30.000 Euro Umsatz im Monat. Der Inhaber hat das Gefühl, dass es läuft, ist aber zweimal im Jahr überrascht, wenn das Konto plötzlich leer ist. Er öffnet die Liquiditätsplanung für das laufende Jahr.
Was schon da ist: Die offenen Rechnungen erscheinen automatisch in ihrem Fälligkeitsmonat, die bezahlten im Monat der Zahlung. Seine Verträge, also Leasing für zwei Transporter, Werkstattmiete, Versicherungen und Software, verteilt unternio nach ihrem Rhythmus auf die Monate.
Was er ergänzt: Löhne und Sozialabgaben mit 11.500 Euro monatlich. Seine eigene Privatentnahme mit 3.500 Euro. Die Umsatzsteuer-Zahllast, die er bisher nie geplant hatte. Und die Einkommensteuer-Vorauszahlung, die quartalsweise kommt.
Das Ergebnis: Zwei Monate stehen rot: der März und der September. Beide Male fällt eine Steuervorauszahlung mit einem Monat zusammen, in dem wenig Geld hereinkommt. Im März fehlen ihm rechnerisch 6.200 Euro.
Was er damit macht: Er vereinbart bei zwei größeren Aufträgen eine Anzahlung von 30 Prozent bei Auftragserteilung und verschiebt die Anschaffung einer neuen Spritzanlage vom März in den Juni. Beide roten Monate sind damit weg, ohne dass er einen Kredit gebraucht hätte.
Was automatisch einfließt
| Quelle | Wie geplant wird |
|---|---|
| Offene Rechnungen | als erwartete Einzahlung im Monat der Fälligkeit |
| Bezahlte Rechnungen | im Monat der tatsächlichen Zahlung |
| Aktive Verträge | nach Abrechnungsrhythmus verteilt: monatlich, quartalsweise oder jährlich |
Wenn es klemmt
- Die Planung zeigt einen viel besseren Saldo, als mein Konto hergibt.
- Fast immer fehlt Ausgabenseite. Die Klassiker: Umsatzsteuer-Zahllast, Einkommen- oder Körperschaftsteuer-Vorauszahlungen, Privatentnahmen und Tilgungen. unternio kann diese Beträge nicht kennen, sie stehen in keinem Beleg.
- Eine Rechnung steht im falschen Monat.
- Maßgeblich ist bei offenen Rechnungen das Fälligkeitsdatum, nicht das Rechnungsdatum. Wenn ein Kunde erfahrungsgemäß später zahlt, korrigier das Zahlungsziel in der Rechnung, dann wandert sie mit.
- Ich sehe die Liquiditätsplanung gar nicht.
- Sie ist in jedem Unternio-Plan enthalten. Siehst du sie nicht, fehlt dir das Modul-Recht: der Inhaber vergibt es unter Team über die Rechte je Mitglied.
- Die Tabelle ist auf dem Handy unübersichtlich.
- Am Handy zeigt Unternio nur einen Monat. Über der Tabelle wählst du ihn aus, die Pfeile springen einen Monat vor oder zurück. Willst du doch alle zwölf sehen, wähl in der Liste „Alle Monate“. Export und Ausdruck enthalten immer das ganze Jahr, unabhängig davon, was gerade auf dem Bildschirm steht.
- Ich möchte meinen echten Kontostand sehen.
- Es gibt bewusst keine Bankanbindung. unternio plant, es bucht nicht. Wenn du den Ist-Stand brauchst, leg eine eigene Zeile „Kontostand am Monatsanfang“ an und trag ihn einmal im Monat ein.
