Warum es das gibt
Die meisten Preise in kleinen Betrieben entstehen nicht aus einer Rechnung, sondern aus einem Gefühl: „Das haben wir immer so genommen“, oder „der Wettbewerber nimmt 80, dann nehmen wir 75“. Solange genug Aufträge hereinkommen, fällt das nicht auf. Es fällt erst auf, wenn am Jahresende trotz voller Auftragsbücher nichts übrig ist.
Der Grund ist fast immer derselbe: Kosten, die man nicht mitgerechnet hat. Die Stunde, die der Monteur im Stau steht. Der Urlaub, den man dem Mitarbeiter zahlt, ohne dass er produktiv ist. Die Arbeitgeberanteile, die auf jedes Bruttogehalt noch obendrauf kommen. Jede einzelne Position wirkt klein, zusammen entscheiden sie darüber, ob dein Stundensatz trägt.
Genau dafür sind diese sechs Rechner da. Sie erfinden nichts Neues, sie rechnen das durch, was ein Steuerberater in der Kostenrechnung auch macht, nur eben sofort und ohne Termin. Du bekommst pro Rechner eine Zahl als Antwort, keine Tabelle zum Interpretieren.
Wofür du es brauchst
- Du willst ein Angebot abgeben und weißt nicht, ob der Preis trägt. Der Stundensatz-Rechner sagt dir die Untergrenze, unter der du bei jeder Stunde draufzahlst.
- Du überlegst, jemanden einzustellen. Der Mitarbeiterkosten-Rechner zeigt, was die Person wirklich kostet, nicht nur das Bruttogehalt: bei 3.200 Euro brutto landest du schnell bei über 4.500 Euro im Monat.
- Ein Lieferant bietet dir 2 Prozent Skonto bei Zahlung binnen 10 Tagen. Der Skonto-Rechner rechnet das in einen Jahreszins um. Meist ist das die beste Rendite, die du im Betrieb bekommst.
- Du fragst dich, welche Kunden sich überhaupt lohnen. Die ABC-Analyse zieht deine echten Rechnungen heran und zeigt, welche wenigen Kunden den Großteil deines Umsatzes tragen.
- Du planst eine Preiserhöhung oder eine neue Leistung. Break-Even und Deckungsbeitrag zeigen, ab welcher Menge sich das rechnet und was je Verkauf übrig bleibt.
- Dein Chef oder deine Bank will Zahlen sehen. Jeder Rechner hat einen Drucken-Knopf, der aus dem Ergebnis einen Bericht mit Firmenkopf, Datum und Diagramm macht.
Wie genau: Schritt für Schritt
Werkzeug wählen
Im Modul Werkzeuge die passende Kachel anklicken.
Links die Zahlen eintragen
Der Dialog ist zweigeteilt: links die Eingabe auf grauem Grund, rechts das Ergebnis. Die Felder sind in Sinngruppen gebündelt („Deine Kosten“, „Dein Verkauf“), die Einheit steht am Feld, und Felder mit dem Chip optional darfst du leer lassen. Unter vielen Feldern steht ein Hinweis, was genau gemeint ist, etwa dass mit fakturierbaren Stunden nur die wirklich abgerechneten gemeint sind.
Rechts mitlesen, während du tippst
Es gibt keinen Rechnen-Knopf: das Ergebnis aktualisiert sich bei jeder Eingabe. Ganz oben steht groß die eine Antwort, darunter kleiner die Nebenwerte, dann ein Diagramm. Solange Pflichtangaben fehlen, sagt die rechte Seite dir, welche.
Den Deutungssatz lesen
Unter dem Diagramm steht der wichtigste Teil: ein Satz in Klartext, was die Zahl für deinen Betrieb heißt. Also nicht „Break-Even 123“, sondern „Bis zum 122. Verkauf zahlst du drauf, ab dem 123. bringt jeder weitere 49 Euro Gewinnbeitrag“. Wenn du nur eine Zeile liest, dann diese.
Speichern oder drucken
Speichern merkt sich deine Eingaben je Firma, damit du beim nächsten Mal weiterrechnest statt neu anzufangen. Drucken macht daraus einen Bericht mit Firmenkopf, Datum, Ersteller und Diagramm, geeignet für Bank, Steuerberater oder Geschäftsführung. Im Ausdruck erscheinen deine Eingaben als Werte, nicht als leere Formularfelder.
Ein Beispiel
Ausgangslage: Ein Elektrobetrieb, Inhaber plus ein Geselle. Der Inhaber nimmt bisher 65 Euro die Stunde, weil „das ortsüblich ist“. Am Jahresende bleibt kaum etwas übrig. Er öffnet den Stundensatz-Rechner.
Was er einträgt: Betriebskosten je Jahr, aufgeteilt in Miete für die Werkstatt (12.000 Euro), Fahrzeuge inklusive Leasing, Sprit und Versicherung (8.000 Euro), Versicherungen und Kammerbeiträge (3.000 Euro), Software und Steuerberater (2.400 Euro). Dazu sein eigener Unternehmerlohn, den er mit 60.000 Euro brutto ansetzt, und 10 Prozent Gewinnzuschlag für Rücklagen. Bei den produktiven Stunden ist er ehrlich: von 40 Wochenstunden kann er 28 wirklich abrechnen, der Rest geht für Angebote, Buchhaltung und Fahrten drauf. Als Arbeitswochen setzt er 44 an, also 52 minus Urlaub und Krankheit.
Das Ergebnis: 1.232 fakturierbare Stunden im Jahr, 88.000 Euro zu deckende Kosten inklusive Gewinn, macht 71,43 Euro je Stunde als Untergrenze. Seine 65 Euro liegen darunter. Er verliert bei jeder abgerechneten Stunde gut 6 Euro, bei 1.232 Stunden im Jahr sind das rund 7.900 Euro.
Was er damit macht: Er legt 78 Euro als neuen Satz unter Leistungen & Preise an und trägt dort 71,43 Euro als Mindest-Verkaufspreis ein. Ab sofort warnt unternio ihn im Angebots-Editor, sobald jemand im Team darunter geht. Den Ausdruck des Rechners legt er zum Jahresgespräch mit dem Steuerberater.
Die Rechner im Einzelnen
| Werkzeug | Beantwortet |
|---|---|
| ABC-Analyse | Welche Kunden machen den Großteil deines Umsatzes? Wahlweise aus deinen Rechnungen eines Zeitraums oder mit eigenen Zahlen. |
| Deckungsbeitragsrechnung | Was bleibt nach den variablen Kosten übrig? Ein- und mehrstufig: DB I und DB II je Produkt, dann Bereichs- und Unternehmensfixkosten bis zum Betriebsergebnis. |
| Break-Even | Ab welchem Umsatz deckst du deine Fixkosten? |
| Stundensatz | Was musst du pro Stunde verlangen, um Kosten, Urlaub, Krankheit und Gewinn zu decken? |
| Skonto | Lohnt sich Skonto für dich, und was kostet es den Kunden, es nicht zu nutzen? Mit effektivem Jahreszins, damit der Vergleich mit einem Kredit möglich ist. |
| Mitarbeiterkosten | Was kostet eine Person wirklich, inklusive Nebenkosten? |
Der Zeitmesser
Der Zeitmesser ist als Werkzeug angelegt, wird aber vom Team für Projektzeiten gebraucht. Deshalb erreichst du ihn zusätzlich über den Knopf Zeit erfassen im Projekte-Modul, unabhängig von der Rolle. Siehe Zeiten erfassen.
Wenn es klemmt
- Ich sehe die Werkzeuge gar nicht in der Seitenleiste.
- Sie stehen unter Finanzen und sind Inhabern und Teamleitern vorbehalten, weil dort Kalkulations- und Kostendaten sichtbar werden. Mitarbeiter und der Buchhalter-Zugang sehen sie nicht. Wenn du Teamleiter bist und sie trotzdem fehlen, melde dich einmal ab und wieder an.
- Der Stundensatz kommt mir absurd hoch vor.
- Fast immer sind die produktiven Stunden zu niedrig oder der Unternehmerlohn zu hoch angesetzt. Prüf die Zeile „Fakturierbare Stunden je Woche“: gemeint sind nur die Stunden, die tatsächlich auf einer Rechnung landen. Wer 40 einträgt, rechnet sich arm; wer 38 einträgt, belügt sich selbst.
- Die ABC-Analyse zeigt keine Kunden an.
- Sie zieht die Zahlen aus deinen Rechnungen. Ohne festgeschriebene Rechnungen im gewählten Zeitraum bleibt sie leer. Stell den Zeitraum um oder wechsel auf „Manuell befüllen“.
- Meine Eingaben sind beim nächsten Öffnen weg.
- Die Werte werden erst mit Speichern gesichert, nicht automatisch. Das ist Absicht: sonst würde ein Durchspielen von Szenarien deine echten Zahlen überschreiben.
- Ich brauche den Zeitmesser, sehe die Werkzeuge aber nicht.
- Der Zeitmesser hängt technisch unter den Werkzeugen, wird aber vom ganzen Team gebraucht. Deshalb erreichst du ihn zusätzlich über den Knopf Zeit erfassen im Projekte-Bereich, unabhängig von deiner Rolle.
